
Für die Gestalttherapie gibt es einige grundlegende Regeln, die dem Patienten helfen, erneut Kontakt mit sich selbst aufzunehmen. Es handelt sich z.B. um das Hier- und Jetzt-Prinzip, d.h., dass nur das wichtig ist, was der Patient in der Gegenwart, also jetzt und hier erlebt, fühlt und wahrnimmt. Der Patient soll mit seinen gegenwärtigen Gefühlen und seinem gegenwärtigen Erleben wieder in Berührung kommen. Die Vergangenheit darf nur soweit interessieren, wie sie - als unerledigtes Geschäft - in die Gegenwart hineinreicht. Es kommt z.B. vor, dass der Patient plötzlich wahrnimmt, dass er einen Kloß im Hals hat, und plötzlich fällt ihm dabei ein, dass er dieses Gefühl als Kind auch immer hatte, wenn er von seinem Vater bestraft wurde. Die Aufgabe des Therapeuten besteht nun darin, den Patienten anzuleiten, diese Situation gedanklich noch einmal durchzuspielen und neu zu erleben. Dabei erlebt er den Zorn wieder, den er damals unterdrücken musste und der seine Kehle verspannte.