Warum Schlafstörungen?

Ursachen, Hintergründe & Tipps für einen besseren Schlaf!

Der Schlaf ist für den ganzen Menschen, was das Aufziehen für die Uhr.
Arthur Schopenhauer

Schlafstörungen sind Abweichungen vom gesunden Schlafverhalten – wir unterscheiden:
•    Insomnie (Einschlaf-/Durchschlafstörungen)
•    Schlafapnoe (Atemstillstände im Schlaf)
•    Hypersomnie (übermäßiges Schlafen)
•    Zirkadiane Schlafstörungen (durch Schichtarbeit/Jetlag)
•    Parasomnie (Schlafwandeln), Albträume, nächtliches Aufschrecken oder Zähneknirschen
•    Schlafbezogene Bewegungsstörungen (z.B. Restless-Legs-Syndrom)

Jeder 3. Schweizer leidet an Ein- oder Durchschlafstörungen. Mehr Frauen als Männer sind betroffen und viele ältere sowie junge Menschen. Guter Schlaf ist Grundbedingung für einen erfolgreichen Tag. Nur wer gut schläft, ist am nächsten Tag fit, ausgeruht und hat die Kraft, alle Aufgaben mit Bravour zu meistern.
Biologisch ist es vorgesehen, dass der erwachsene Mensch das Nachtdrittel (7-8 Std.) schläft. Der Schlaf als biologischer Mechanismus gehört zu den überlebensnotwendigen Bedürfnissen. Er ist eine Bewusstseinsminderung, die jederzeit durch innere oder äußere Reize beendet werden kann.

Wie gut wir schlafen, ist von Bedeutung für:
•    die Entspannung unseres Körpers
•    unsere Lern- und Gedächtnisleistungen
•    unser Immunsystem
•    unseren Stoffwechsel

Wir unterscheiden:
•    die Non-REM-Schlafstadien (Phasen 1-4)
•    und den REM-Schlaf (Phase 5).

Der Leichtschlaf (Phasen 1+2) nimmt 55-60% der Schlafzeit ein. Phasen 3+4 werden als Tiefschlafphasen bezeichnet, auf sie entfallen 15-25%. In der REM-Phase (Rapid Eye Movement; 20-25% der Schlafdauer) sind Herz- und Atemaktivität sowie Hirndurchblutung gesteigert. Beim Aufwachen aus dem REM-Schlaf werden viel häufiger Träume erinnert, als nach dem Erwachen aus Non-REM-Stadien.
Schlafstörungen sind zu einem weit verbreiteten Problem aufgestiegen. Das Leben ist hektischer, der Alltag stressiger geworden. Ist Erholung durch den Schlaf nicht gewährleistet, können kognitive Störungen und schwere Fehlleistungen entstehen. Dauerhafte Störung des Schlafs führt zu einer eingeschränkten Fähigkeit, die Leistungsanforderungen des Alltags zu bewältigen.
Ein Schlaftagebuch ist eine gute Möglichkeit, Schlafstörungen auf den Grund zu kommen.

Ich empfehle folgende Listen (Zum Vergrößern, bitte auf Tabelle klicken):


Eine Anamneseerhebung ist von großer Bedeutung. Dabei gilt es, die Symptomatik genau zu erfassen:
•    Ein-/Durchschlafstörungen
•    Schlafdauer
•    Tagesmüdigkeit
•    Einschlafattacken
•    Leistungseinbußen
•    begleitende psychische und körperliche Symptome
•    Dauer, Häufigkeit, Umstände, die zu Verbesserung/Verschlechterung führen
•    Vorbehandlung

Überprüfen Sie:
•    Wohne ich an einer Hauptverkehrsstraße?
•    Sind meine Nachbarn laut?
•    Stören mich die Wecker-Tick-Geräusche?
•    Ist meine Bett unbequem?
•    Ist mir zu warm oder zu kalt?
•    Schnarcht mein Partner?

Oder:
•    Esse ich spät abends noch Süßigkeiten?
•    Habe ich einen ungünstigen Zeit- und Schlafrhythmus?
•    Arbeite ich zu viel oder zu lange?
•    Mache ich spät abends noch Sport?
•    Grübele ich im Bett über irgendwelche Sachen?
•    Habe ich Angst, den Wecker zu überhören?
•    Habe ich Angst vor dem morgigen Tag?
•    Habe ich Angst vor meinem Chef?
•    Was belastet mich?
•    Habe ich ungeklärte Konflikte?

Wenn wir regelmäßig nicht gut schlafen können und uns tagsüber dann noch Gedanken darüber machen, geraten wir in einen Teufelskreis mit fünf Komponenten:
•    ungünstige Schlafgewohnheiten
•    schlafbehindernde Gedanken, Grübeln
•    physiologische Reaktionen (Anspannung, Verkrampfung)
•    Emotionen (Ärger, Verzweiflung)
•    ungünstige Konsequenzen (Müdigkeit, nachlassende Leistungsfähigkeit)

Tipps für einen besseren Schlaf:
•    regelmäßige Nacht-Schlafzeiten von 7-8 Stunden
•    Verzicht auf Alkohol, Nikotin, Koffein
•    keine schweren Mahlzeiten am Abend
•    regelmäßige körperliche Bewegung/Sport
•    körperliches und geistiges Runterkommen am Abend
•    persönliches Einschlafritual
•    abgedunkelte, ruhige Schlafumgebung

Entspannungsverfahren wie Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation sind sehr hilfreich bei Schlafstörungen!
Sorgen Sie dafür, dass Sie gut und ausreichend Schlaf finden, Ihr Körper sich dabei entspannen und Kraft tanken kann, sodass Sie sich morgens fit, dynamisch und wohl fühlen.


 

Abbas Schirmohammadi
Heilpraktiker für Psychotherapie & Entspannungstherapeut


CD-Tipps gegen Schlafstörungen:

AUTOGENES TRAINING: In der Ruhe liegt die Kraft


Music of Love: zum Entspannen, Auftanken und Wohlfühlen