Wie sind Sie auf den Dackel gekommen?

Abbas Schirmohammadi im Interview mit Barbara von den Driesch (stellvertr. Vorsitz des WBG) über Ihren Dackel "Murmel":

Frau von den Driesch, wie sind Sie auf den Dackel gekommen?
Ich bin selbst mit einem Dackel aufgewachsen. Ich war 5 Jahre alt und wir haben „Assi“ bekommen, aus diesem süßen Welpen wurde ein stattlicher Rüde von 12 kg, der mit uns Kindern alles unternahm und mein bester Spielkamerad war. Es handelte sich um einen Rauhhaardackel schwarz-rot. Nachdem „Assi“ nach 15 schönen Hundjahren eingeschläfert werden musste, kauften sich meine Eltern wieder einen Dackel.

Und wie hieß dieser?
„Wurzel“ – er begleitete unsere Familie auch über 15 Jahre lang. Mein inniger Wunsch war, als Erwachsene selbst einmal einen Dackel zu haben. Und dieser Traum wurde im Sommer 2007 wahr, als ich von München nach Tutzing zog und mir „Murmel“ zulegte. Murmel ist ein dunkelsaufarbener Zwergdackel, der mich seitdem fast überall hin begleitet.

Als Präsidentin des Fachverbandes Wellness, Beauty & Gesundheit e.V., Produktmanagerin und Dozentin der Paracelsus Schulen – haben Sie da überhaupt genug Zeit für Murmel?

Diese Bedenken hatte ich anfangs auch. Da Murmel aber von klein auf überall hin mitgenommen und gut erzogen wurde, ist es kein Problem. Er ist auch in meinen Bodybliss-Kursen gern gesehenes Maskottchen und wird schwer vermisst, wenn er nicht auf seiner Decke in einer Ecke des Gruppenraumes liegt.

Wie kamen Sie auf den Namen „Murmel“ – für einen Hund ein doch seltener Name…
Ich hatte einen Dackelkalender, auf dessen Titel ein Dackel abgebildet war, der mit Murmeln spielte. Das Motiv und der Hund waren so süß, dass ich mich für diesen Namen entschied.

Wo haben Sie Murmel gekauft?
Bei einem bayerischen Dackelzüchter. Es war gar nicht so einfach, einen guten Züchter in Bayern zu finden. Viele Dackelzüchter befinden sich in Mittel- und Norddeutschland. Mein Wunschdackel war ursprünglich ein Zwergrauhaar schwarz-rot. Der war aber in Bayern nicht zu finden. Ich besuchte einen Züchter am Ammersee und einen bei Augsburg – leider ohne Erfolg. Schließlich fand ich meinen Traumdackel zwischen Schongau und Kaufbeuren, einen „Hauserdackel“.

Dieser Herr Hauser, ein Mann über 70, züchtet seit 30 Jahren Dackel. Murmel hatte noch drei Geschwister, er saß bei meinem ersten Besuch neben der Hundehütte im Zwinger und beäugte mich friedlich, während seine Geschwister kläffend und winselnd am Zwingertor hochsprangen. Es war Liebe auf den ersten Blick, also fiel meine Entscheidung auf ihn. Als er 8 Wochen alt war, durften wir ihn abholen. Er fühlte sich vom ersten Augenblick wohl bei uns und war nach einem Monat stubenrein.

Was macht Murmel am liebsten?
Murmel ist totaler Ball- und Stock-Fan! Dieses Wurfspiel könnte er den ganzen Tag lang machen. Und er schwimmt für sein Leben gern. Weiter betrachtet er mein Fahrrad als Beute, mit dem es um die Wette zu rennen gilt, das eifrig angebellt wird, damit es endlich mal schneller wird, und dem mit Vorliebe ins Vorderrad gebissen wird. Überholt das Vorderrad ihn nur um wenige Zentimeter, wird wildes Kampfgejaule angestimmt. Da man ihn dann schon Kilometer weit vernimmt und einigen Fußgängern bei seinem Gejaule schon fast das Herz stehen geblieben ist, müssen hier konsequente Erziehungsmaßnahmen ran: Aus, bei Fuß, Fuss, Fuuuusss, Nein, Pfui…

Was war das bisher Schlimmste, was er angestellt hat?
Er hat den Riesenhasen vom Nachbarn, der doppelt so groß ist wie er, am Nacken gebeutelt. In letzter Sekunde kam die Nachbarin dazwischen und hat den Hasen gerettet, der schon in Starre gegangen war.

Hat er noch weitere Unarten?
Wenn ihm jemand versehentlich auf die Pfote steigt, jault er nicht, wie seine Dackelvorgänger, sondern sieht das als persönliche Beleidigung an und beißt denjenigen kurz in die Hose oder in den Schuh, so nach dem Motto: „Lass das!“ Schlimmes ist dabei aber noch nicht passiert, zum Glück.

Sind Dackel überhaupt erziehbar?
Murmel ist der Dackel, der bisher am besten gehorcht. Er geht freiwillig in seine Hundebox, wenn ich unterrichte, geht bei Fuß und kann den „flachen Murmel“ als Kunststück. Wenn ich einen Ball in der Hand halte und „Flacher Murmel“ sage, macht er sich flach wie eine Flunder und klappt sogar die Vorderpfoten zurück.

Wie würden Sie den Charakter von Murmel und seine Eigenheiten beschreiben?
Murmel ist ein Alpharüde, der genau weiß, was er will und was nicht. Wie jeder Hund hat er ein untrügliches Gespür für den besten Platz, egal ob zuhause auf dem weichen Federbett oder auf Besuch auf der weißen flauschigen Wolldecke auf dem Sofa! Er findet immer und überall einen Stock oder einen Ball, riecht Tennisbälle, wenn wir zu Besuch sind, schon durch den Schrank oder organisiert sich einen „Wäschetennisball“ aus dem Keller.

Wie sieht Ihr Alltag mit Murmel aus?
Murmel darf fast überall mit. Wir fahren zusammen mit dem Fahrrad (Murmel läuft neben dem Fahrrad an der Leine) oder dem Auto zum Bahnhof. Im Zug darf er auf meinem Schoß sitzen und wird sehr bewundert und mit „Mei, so a schönes Zamperl“ oder „Mei, de Waldi“ bestimmt 10 Mal am Tag bedacht. Im Paracelsus/WBG-Büro wird er auch gerne gesehen. Hier darf er auch auf dem Bürosofa sitzen. Dass meine Kollegen zuerst Murmel begrüßen, dann erst mich, stört mich kaum...



Vielen Dank für das nette Gespräch, Frau von den Driesch!